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Warum Formular-Mails im Spam landen

Eine Anfrage, die im Spam-Ordner liegt, ist eine verlorene Anfrage. Der häufigste Grund steckt in einer einzigen Zeile im Formular. Dazu die drei Einträge im DNS, was Gmail und Outlook seit 2024 verlangen, und der Befund an unserer eigenen Domain.

Ein Briefumschlag mit drei Prüfmarken für SPF, DKIM und DMARC, daneben der Titel des Beitrags

Eine Anfrage, die im Spam-Ordner liegt, ist teurer als eine Anfrage, die nie geschrieben wurde. Der Besucher hat sich Mühe gegeben, er wartet auf Antwort, und er hört nichts. Beim nächsten Mal schreibt er jemand anderem.

Der häufigste Grund dafür steckt in einer einzigen Zeile in der Formularkonfiguration. Danach kommen drei Einträge im DNS, die jede Domain haben sollte. Der Reihe nach.

Der Fehler, der am meisten kostet

Viele Kontaktformulare verschicken die Benachrichtigung so:

Von:  besucher@gmail.com
An:   info@deine-domain.de

Das wirkt praktisch, weil sich im Postfach direkt antworten lässt. Für den empfangenden Server sieht es so aus: Ein Server, der zu deine-domain.de gehört, behauptet, Post im Namen von gmail.com zu verschicken. Genau diese Behauptung prüfen Mailserver seit Jahren, und Google hat für seine eigene Domain eine strenge Richtlinie hinterlegt. Das Ergebnis reicht von der Einstufung als Spam bis zur Ablehnung.

Richtig ist die Trennung von Absender und Rückadresse:

Von:        hola@primero.link
Antwort an: besucher@gmail.com

Der Absender bleibt die eigene Domain, für die der eigene Server senden darf. Die Adresse des Besuchers steht im Feld Antwort an, und der Klick auf Antworten geht trotzdem an die richtige Stelle. Bei uns steht das so im Seitenkopf der Kontaktseite:

email:
  subject: 'Anfrage über primero.link: '
  reply_to: ''

Wer ein fertiges Formular-Plugin einsetzt, findet die Einstellung meist unter „Absender" und „Antwort an". Steht dort eine Platzhalterangabe wie {email} als Absender, ist die Zeile gefunden, die deine Anfragen kostet.

Die drei Einträge

Eintrag Was er beantwortet Wo er steht
SPF Welche Server dürfen für diese Domain senden? TXT-Eintrag auf der Domain
DKIM Stammt die Nachricht wirklich von dort und ist sie unverändert? TXT-Eintrag unter selektor._domainkey
DMARC Was soll passieren, wenn die Prüfung scheitert, und wohin gehen die Berichte? TXT-Eintrag unter _dmarc

Zwei Begriffe dazu, die in jeder Anleitung vorkommen:

Ausrichtung heißt, dass die Domain in der sichtbaren Absenderzeile zu der Domain passt, die SPF oder DKIM geprüft haben. Ein technisch einwandfrei unterschriebener Versand über einen Dienstleister fällt bei DMARC durch, solange die sichtbare Absenderadresse auf eine andere Domain zeigt.

Richtlinie ist das, was DMARC dem Empfänger empfiehlt: p=none beobachten, p=quarantine in den Spam-Ordner, p=reject abweisen. Der übliche Weg beginnt bei none, wertet ein paar Wochen die Berichte aus und zieht dann an.

Was die großen Postfächer verlangen

Wer Seit wann Was
Google, alle Absender 1. Februar 2024 SPF oder DKIM, gültiger Rückwärtseintrag der IP-Adresse, TLS, Spam-Quote unter 0,3 Prozent
Google, ab 5.000 Nachrichten pro Tag 1. Februar 2024 SPF und DKIM und DMARC, Ausrichtung, Abmeldung mit einem Klick
Microsoft, ab 5.000 Nachrichten pro Tag an outlook.com, hotmail.com, live.com 5. Mai 2025 SPF und DKIM und DMARC mindestens mit p=none

Bei Microsoft ging es im Mai 2025 zunächst in den Spam-Ordner. Inzwischen werden solche Nachrichten abgewiesen, mit einer Meldung, die man sich merken kann:

550 5.7.515 Access denied, sending domain does not meet
the required authentication level

Die Fünftausend-Grenze klingt weit weg, wenn ein Formular fünf Anfragen im Monat auslöst. Sie ist auch die falsche Zahl, auf die man schauen sollte: Für kleine Absender entscheidet der Ruf der Domain, und der entsteht zu einem guten Teil aus bestandenen Prüfungen.

Neu seit Mai 2026

DMARC hat eine neue Fassung bekommen. Die RFCs 9989, 9990 und 9991 vom Mai 2026 lösen den bisherigen RFC 7489 ab und teilen die Spezifikation in drei Dokumente auf. Drei Änderungen wirken sich auf bestehende Einträge aus:

Änderung Bedeutung für deinen Eintrag
pct= entfällt Die prozentweise Einführung gibt es nicht mehr. Wer pct=100 stehen hat, kann es entfernen
t=y kommt dazu Testbetrieb: Der Empfänger wendet die nächstmildere Stufe an
Suche nach oben statt Liste Die zuständige Domain wird über DNS-Abfragen ermittelt, bis zu acht Ebenen hoch
np= kommt dazu Eigene Regel für Subdomains, die es gar nicht gibt, gegen erfundene Absender

Der Befund an unserer eigenen Domain

Nachgesehen am 19. September 2026, mit denselben drei Abfragen, die unten stehen.

Prüfung Ergebnis Bewertung
SPF v=spf1 mx a include:_spf.webhosting.systems ~all in Ordnung. Der Versandweg des Formulars läuft über denselben Server wie der Mailempfang und ist über mx abgedeckt
DMARC v=DMARC1; p=quarantine; rua=…; ruf=…; fo=1; pct=100 Richtlinie gesetzt, Berichte kommen an. pct=100 ist seit Mai 2026 überflüssig
DKIM unter den gängigen Selektoren keine Antwort Lücke. Der Schlüssel fehlt oder liegt unter einem Selektor, den wir hier nicht kennen

Die letzte Zeile ist der Grund, warum dieser Beitrag entstanden ist. Eine Domain mit p=quarantine und ohne DKIM hängt vollständig an SPF. Solange die Post den eigenen Server nimmt, geht das gut. Sie fällt in dem Moment aus, in dem eine Nachricht weitergeleitet wird, denn eine Weiterleitung bricht SPF und lässt DKIM unberührt. Bei uns steht deshalb als Nächstes an, DKIM in der Serververwaltung einzuschalten und den Eintrag zu prüfen. Der Selektor lässt sich danach im Kopf einer tatsächlich versendeten Nachricht ablesen.

Der Befund ist typisch. Bei Hosting-Paketen ist SPF meist voreingestellt, DMARC setzt man selbst, und DKIM liegt als Schalter in der Verwaltungsoberfläche, den niemand umgelegt hat.

Prüfen in fünf Minuten

dig +short TXT deine-domain.de          # SPF steht in der Zeile mit v=spf1
dig +short TXT _dmarc.deine-domain.de   # DMARC
dig +short TXT default._domainkey.deine-domain.de   # DKIM, Selektor variiert

Der Selektor bei DKIM ist der einzige Stolperstein: Er wird beim Einrichten vergeben und heißt je nach Anbieter default, dkim, s1 oder anders. Wo er steht, verrät der Kopf einer echten Nachricht. In Gmail öffnet man dazu „Original anzeigen" und sucht nach DKIM-Signature, das s= darin ist der Selektor.

Zum Gegenprüfen der Zustellbarkeit selbst genügt eine Testnachricht an eine Adresse bei Gmail und eine bei Outlook. Was dort im Spam landet, landet bei deinen Kunden auch im Spam.

Was du heute tun kannst

  1. Sieh in deinem Formular nach, was als Absender eingestellt ist. Steht dort die Adresse des Besuchers, ändere sie auf deine eigene und trag die Besucheradresse als Antwort an ein.
  2. Lass das Formular zusätzlich speichern. Eine Ablage auf dem Server ist die zweite Spur, an der ein Ausfall auffällt. Bei uns liegt jede Anfrage als Datei, unabhängig von der Mail.
  3. Prüf die drei Einträge mit den Abfragen oben.
  4. Setz DMARC auf p=none mit einer Berichtsadresse, wenn noch nichts da ist, und sieh dir die Berichte zwei Wochen an, bevor du auf quarantine gehst.
  5. Schick eine Testanfrage über dein eigenes Formular und sieh nach, wo sie ankommt. Am besten einmal im Quartal.

Wenn du wissen willst, ob die Anfragen von deiner Seite zuverlässig ankommen: Schreib uns kurz, mit deiner Domain. Wir sehen uns die drei Einträge an und sagen dir, was fehlt.

Quellen

Stand dieses Beitrags

Seit der Veröffentlichung inhaltlich unverändert.

Häufige Fragen zur Zustellbarkeit

Warum darf das Formular nicht die Adresse des Besuchers als Absender nehmen?

Weil dein Server damit behauptet, im Namen einer fremden Domain zu schreiben. Der empfangende Server prüft, ob dein Server für diese fremde Domain senden darf, und die Antwort lautet nein. Bei Domains mit einer strengen DMARC-Richtlinie führt das zur Ablehnung. Richtig ist: Absender bleibt deine eigene Adresse, die Adresse des Besuchers steht im Feld Antwort an. Das Antworten funktioniert danach genauso, mit einem Klick.

Was ist der Unterschied zwischen SPF, DKIM und DMARC?

SPF nennt die Server, die für deine Domain senden dürfen. DKIM unterschreibt jede Nachricht mit einem Schlüssel, dessen öffentlicher Teil im DNS steht, und beweist damit, dass unterwegs nichts verändert wurde. DMARC verbindet beides mit der sichtbaren Absenderadresse und sagt dem Empfänger, was bei einem Fehlschlag passieren soll. Ohne DMARC bleiben SPF und DKIM zwei Prüfungen ohne Folgen.

Brauche ich das auch bei fünf Mails im Monat?

Ja, und zwar aus einem anderen Grund als ein Newsletter-Versender. Google verlangt seit dem 1. Februar 2024 von allen Absendern mindestens SPF oder DKIM. Wichtiger ist der Alltag: Deine wenigen Mails haben keinen Ruf, den ein Filter kennt, deshalb zählt die Authentifizierung bei ihnen mehr als bei einem Absender mit täglich tausend Nachrichten.

Was bedeutet das Tilde-Zeichen bei ~all im SPF-Eintrag?

Es steht für Softfail: Nachrichten von nicht gelisteten Servern sollen angenommen und als verdächtig markiert werden. Die strengere Variante -all bedeutet Hardfail, also abweisen. Softfail ist der übliche Einstieg, weil ein vergessener Versandweg dabei weiterhin ankommt. Wer sicher ist, alle Wege zu kennen, stellt auf -all um.

Was hat sich 2026 an DMARC geändert?

Im Mai 2026 sind die RFCs 9989, 9990 und 9991 erschienen und haben RFC 7489 abgelöst. Für die Praxis zählen drei Punkte: Das Tag pct= gibt es nicht mehr, an seine Stelle tritt t=y für den Testbetrieb. Die zuständige Domain wird über eine DNS-Abfrage nach oben ermittelt statt über eine gepflegte Liste. Und mit np= lässt sich getrennt regeln, was mit Post von Subdomains geschieht, die es gar nicht gibt.

Wie merke ich, dass Anfragen verloren gehen?

Am zuverlässigsten daran, dass das Formular zusätzlich speichert. Liegt eine Anfrage in der Ablage und die dazugehörige Mail ist nie angekommen, hast du den Beweis. Ohne diese zweite Spur merkst du den Ausfall erst, wenn ein Kunde nachfragt, warum er keine Antwort bekommen hat.